Unterschiedliche disziplinäre Zugänge als Kern des AB Urbanistik

Im AB Urbanistik wird versucht „Stadt“ aus vielen Perspektiven zu untersuchen: Ziel ist eine transdisziplinäre Verknüpfung der Forschungen zum Städtischen, die öffentlich und kommunikativ angelegt ist: „Verstehen“ und „Erklären“ städtischer Prozesse sollen miteinander im Gleichgewicht stehen. Ausgangslage ist eine wissenschaftliche Begründung, die aber auch künstlerisch-gestalterische sowie politische und gesellschaftliche Probleme der Stadt bearbeitet. Im AB Urbanistik wird versucht eine produktive Ergänzung und Befruchtung unterschiedlicher Sichtweisen auf das Städtische zu ermöglichen.

Den AB Urbanistik bereichern Perspektiven einer kulturellen und lebensweltlichen Stadtforschung sowie einer kritischen Raumforschung aus den Sozial- und Kulturwissenschaften als auch der städtebaulichen und stadtplanerischen Gestaltungsaufgabe. Zugleich wird auch ein kritischer Blick, der Stadt übergeordneten Vergesellschaftungsprozess, von aktuellen sozio-ökonomischen Transformationen und dessen Krisen der politischen Kultur eingenommen.

Seit der Etablierung der Stadtsoziologie als wissenschaftliche Disziplin an der Schnittstelle von Sozialgeografie, Raumplanung und Architektur wurde stets versucht, das Spezifische an Städten zu erfassen. Dadurch wird auch die grundlegende Streitfrage nach der Eigenständigkeit des Untersuchungsgegenstandes „Stadt“ im AB Urbanistik aufgeworfen.

Die bisherigen Forschungsfelder bzw. Forschungsprojekte sowie künftige Forschungsthemen und leitende Fragestellungen werden dementsprechend vor dem Hintergrund der unterschiedlichen disziplinären Herangehensweise bearbeitet. Die verschiedenen disziplinären Zugänge ermöglichen je spezifische Fragestellungen an theoretische wie angewandte Forschungsfelder der städtischen und räumlichen Entwicklung, die in der Gesamtschau den Kern des AB Urbanistik bilden. Die Spannweite reicht dabei von der Sichtweise der „Critical theory/critical urban studies“ des anglo-amerikanischen Raums und der kritischen Stadtforschung im deutschsprachigen Raum sowie der französischsprachigen „sociologie urbaine“  über Perspektiven der Literatur- und Kulturwissenschaftlichen Stadtforschung, der Soziologie des Raumes, der Eigenlogik-Perspektive sowie der Sichtweise des Städtebaus, der Stadtmorphologie, der Stadtplanung sowie bis hin zu einer vergleichenden internationalen Stadtforschung.

Frageblock

  • Sind Städte Ausdruck und Abbild der gesellschaftlichen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Strukturierung von Gesellschaft, oder stellen sie einen eigenständigen Untersuchungsgegenstand dar, dem eine eigene Logik und Struktur zugrunde liegt?
  • Inwiefern ist Stadt Ort der Produktion und Reproduktion sowie Ausdruck der gesellschaftlichen Transformation bzw. selbst „Triebfeder“ für gesellschaftliche Transformationen?
  • Welches sind lokale und überlokale Determinanten des Städtischen und welche Auswirkungen haben diese auf die Vielfalt der Orte in der Stadt?

Zugänge