Neue Methoden der Stadtforschung

Peter Noller (Stadtsoziologie):
„Stadtforschung ist nach meinem Verständnis überhaupt nur interdisziplinär möglich.“

Ingo Wietzel (Stadtplaner):
„Mit unserem bisherigen Methodenrepertoire lassen sich die gegenwärtig auftretenden Probleme der Stadtentwicklung nur bedingt lösen. Dies erfordert meines Erachtens eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema kreatives Arbeiten sowie mit den Methoden der Kreativitätsförderung. Gleichzeitig werden Management- und Steuerungsmethoden sowie Methoden der Konfliktschlichtung einen immer höheren Stellenwert einnehmen.“

Klaus R. Kunzmann (Europäische Raumplanung):
„Neue methodische Zugänge sind wohl nicht das Problem der Stadtforschung. Der in den letzten Jahren wieder zunehmende Glaube an quantitative Methoden und die Darstellung von empirischen Befunden in bunten Karten, Diagrammen und Plänen hat qualitative Methoden etwas diskreditiert.“

Klaus R. Kunzmann (Europäische Raumplanung):
„Worauf Stadtforschung (hier Urbanistik genannt) aber vor allem achten sollte, ist, dass sie ihre Inhalte nicht durch überbordende Rhetorik zuschütten sollte. Im Zeitalter der kommunikativen Gesellschaft ist es angebracht, die inhaltlichen Befunde so zu präsentieren, dass sie nicht nur von der akademischen community verstanden werden können.“

Jens Dangschat (Stadtsoziologie):
„Die Erforschung urbaner Phänomene sollte vor allem ein Forschungsfeld sein, in dem die Kriegsbeile der quantitativen und qualitativen Sozialforschung ganz tief im Boden vergraben werden sollten.“

Regina Bittner (Kulturwissenschaften):
„Es scheint im Augenblick ein Paradigmenwechsel in der Stadtforschung stattzufinden: von einer eher soziologisch, politisch und ökonomisch orientierten Erforschung der Stadt als Ort, in dem sich gesellschaftliche Phänomene abbilden, in dem die Gesellschaft in ihrer Struktur und ihren Konflikten erscheint, hin zu einer Forschungsperspektive, die Städte als besondere ‘Wissensobjekte’ untersucht, die das Spezifische des Gebildes Stadt als einen dynamischen und widersprüchlichen Prozess des Gewordenseins in den Blick nimmt.“

Jens Dangschat (Stadtsoziologie):
„Die Stadtforschung ist im deutschsprachigen Raum noch zu provinziell, auf den eigenen Bauchnabel konzentriert. Insbesondere in der Stadtsoziologie fehlen Exkursionen, fehlt der Blick in andere Länder und Kulturen, bisweilen auch der Blick in ‘fremde’ Stadtteile der eigenen Stadt.“