Kreativität und Tourismus

Der Forschungsantrag Ende 2008  beim Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die österreichische Akademie der Wissenschaft wurde unter Leitung von Prof. Jens S. Dangschat (Fachbereich ISRA) eingereicht und von Oliver Frey und Wencke Hertzsch mit erarbeitet. Er setzt sich daher auch verstärkt mit einem zentralen Forschungsfeld des AB Urbanistik auseinander. Aus diesem Grund wird dieser Antrag als zeitlich erster unter den gescheiterten Forschungsanträgen aufgeführt: Ziel des beantragten Forschungsprojektes war es, herauszuarbeiten wie Kreativität und Stadt – jenseits der traditionellen Identitäten Wiens – Eingang in Tourismusaktivitäten finden könnten und welche Effekte das auf die Stadt und ihre Bevölkerung ausübt. Das Forschungsprojekt zielte daher auf zwei Aspekte: Zum einen die Identifikation und Beschreibung von “Kreativen Orten” und ihrer Ressourcen als eine Bedingung für das Entstehen und die Festigung urbaner Kreativität. Zum anderen ging es um Verbindungen zwischen einer “kreativen Stadt” und dem urbanen Städtetourismus.

These des Projektantrages war, dass die Gemengelage und die Mischung von Nutzungen an unterschiedlichen Orten einen stadträumlichen Nutzungs-, Wahrnehmungs- und Lebensraum bilden, der über soziale Praktiken der Individuen und über kulturelle sowie symbolische Codierungen, die von der spezifischen Gruppe der Städtetouristen „gelesen“ werden kann. Die Vermengung der Funktionen Arbeit, Freizeit, Tourismus bringen diese „kreativenOrte“ hervor, an denen temporär und flexibel mit neuen Lebens- und Arbeitsorganisationen umgegangen wird. Es sind damit Orte gemeint, an denen eine Vermengung zwischen Erwerbsarbeit und Freizeit resp. Tourismus stattfindet.

Leitende Fragestellung des Projektantrages war, wie der kulturelle Städtetourismus lokalen Identitäten einer lebendigen Urbanität identifizieren kann und wie durch die mobile international vernetzte Gruppe der „kreativen Milieus“, welche einen Teil der kulturellen Städtetouristen bilden, eine Nachfrage nach Orten und Nachbarschaften entsteht.