Forschung

Stadtgesellschaften verändern sich gegenwärtig intensiv (von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft); davon sind nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wertvorstellungen und Interessenslagen, Standorte und Vernetzungsangebote betroffen. Neue Formen der Arbeit(sorganisation) erfordern und ermöglichen neue Zeit‐ und Raum(nutzungs)-Muster in städtischen Teilgebieten.

Im AB Urbanistik werden u.a. diese zentralen Themen und Fragestellungen der aktuellen Stadtentwicklung bearbeitet, indem unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammengeführt und Grundlagenforschung, angewandte Forschung, „action research“ sowie politikberatende Studien umgesetzt werden. Der AB will damit einen Beitrag zum besseren Verständnis von gegenwärtigen städtischen Gesellschaften, dem städtischen Leben und dessen Prozesse sowie deren gebaute Strukturen und Steuerungsformen liefern.

Für den AB „Urbanistik“ gibt es keine übergeordnete Position als HEADER unter welcher Perspektive „das Städtische“ forschungsmäßig zu bearbeiten und zu verstehen ist. Die einzelnen Personen sind in jeweils spezifischen Institutionen beheimatet und besitzen eine eigene Haltung und Perspektive ihrer jeweiligen Disziplin und deren Geschichte. Rund um das Thema „des Städtischen“ – so die Ausgangslage des Arbeitsbereiches – ist es dementsprechend sinnvoll, eine Paradigmenvielfalt und Pluralität der Forschungsansätze und -methoden beizubehalten und sich für je spezifische Fragestellungen aufeinander zu beziehen.

Der AB Urbanistik versucht – in der Spannungsvielfalt und der Wechselwirkung bzw. Überlagerung zu unterschiedlichen disziplinären Zugängen – wissenschaftlich institutionell das Themenfeld Urbanistik für die Forschungslandschaft weiter zu erschließen. Im Besonderen geht es dabei um das Verstehen und Erklären von Wechselbeziehungen zwischen gebauten städtischen Räumen, ökonomischen und sozialen urbanen Räumen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen im AB auf der einen Seite Urbanistik‐Theorien weiterentwickelt, als auch insbesondere Empfehlungen und Visionen im Hinblick auf die Lösung von städtischen Problemen für „Praktiker_innen“ aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erstellt und diskutiert werden.

Frageblock

  • Wie können Schwierigkeiten bei der Zusammenführung unterschiedlicher disziplinärer Zugänge zu einem transdisziplinären Forschungsansatz der Urbanistik überwunden werden?
  • Auf welche Weise kann eine weitere wissenschaftlich-institutionelle Verankerung von Urbanistik erfolgreich sein?
  • Wie kann der Mehrwert des Spannungsverhältnisses von Forschungsarbeiten zu Urbanistik-Theorien, praxisbezogener angewandter Forschung und der Erarbeitung von stadtpolitischen Empfehlungen und Visionen positiv vermittelt werden?