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Feucht Rainer

Flächenangaben im Österreichischen Kataster

Zusammenfassung

Der Österreichische Kataster gibt für jedes Grundstück das Flächenausmaß an. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Genauigkeit dieser Flächenangaben zu untersuchen und dadurch folgende Hypothese zu bestätigen:

"Die Angabe des Fl¨achenausmaßes in ganzen Quadratmetern ist nicht sinnvoll, da diese Genauigkeit nicht garantiert werden kann.“


Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Katasters und dem aktuellen System der Grundstücksdatenbank. In der Grundstücksdatenbank existieren teilweise heute noch Flächenangaben, die aus der Zeit der Urvermessung (1817-1865) stammen. Anhand einer Untersuchung der historischen Verfahren zur Flächenbestimmung und der dafür geltenden Fehlergrenzen kann die Hypothese der Arbeit bestätigt werden. Weiters werden die derzeit verwendeten Verfahren zur Flächenermittlung vorgestellt und deren Genauigkeit durch Anwendung des Fehlerfortpflanzungsgesetzes untersucht. Auch hier kann die Feststellung getroffen werden, dass eine Genauigkeit der Flächen in der Größenordnung eines Quadratmeters im Allgemeinen nicht erreicht werden kann.

Eine weiterer Schwerpunkt der Arbeit bildet die rechtliche Bedeutung der Flächenangaben des Katasters. Es werden die rechtlichen Bestimmungen f¨ur die Flächenermittlung sowie die betroffenen Rechtsgebiete (Jagdrecht, Baurecht, Forstrecht, Steuerrecht, usw.) angeführt und die Judikatur zu den Flächenangaben des Katasters erläutert. Der letzte Teil befasst sich schließlich mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Flächenangaben auf den Nutzer, die anhand der Immobilienbewertung, der Besteuerung (Einheitswert) und der Agrarförderung untersucht wird. Es hat sich gezeigt, dass der Nutzer die Flächenangaben zumeist für die Berechnung von wirtschaftlichen Kenngrößen verwendet (z.B. Wert eines Grundstückes aufgrund eines ortsüblichen Quadratmeter-Preises). In diese Berechnung gehen jedoch auch andere fehlerbehaftete Faktoren ein, die das Ergebnis i.d.R. mehr beeinflussen als der Flächenfehler. Deshalb konnte die Hypothese der Arbeit folgendermaßen erweitert werden:


”Die Angabe des Flächenausmaßes in ganzen Quadratmetern ist nicht sinnvoll, da diese Genauigkeit nicht garantiert werden kann und vom Nutzer auch nicht benötigt wird.“


Den Abschluss der Arbeit bildet eine Diskussion der Ergebnisse und eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von aus der Digitalen Katastralmappe automatisch generierten Flächenangaben.

Abstract

The Austrian cadaster provides the area of the individual land parcel. The aim of this thesis is to examine the accuracy of this data and to try to confirm the following hypothesis:

”Providing the area of land parcels in whole square meters is not reasonable, because this accuracy cannot be guaranteed.“


The first part of the thesis deals with the historical development of the Austrian cadaster and the current system of the Grundst¨ucksdatenbank (database of parcels). The Grundst¨ucksdatenbank still contains area-information which dates from the time when the cadastral surveying was carried out the first time (1817-1865). By analyzing historic procedures for the calculation of area and taking into account the respective margins of error which apply the hypothesis can be verified. Furthermore the currently used methods for the calculation of area are introduced and their dimension accuracy is assessed by applying the error of propagation law. It will again be argued that it is generally not possible to enhance the accuracy by measuring in whole square metres. The second part of the thesis discusses the judicial aspects of the area-information which the cadastral system contains. It illustrates the laws which are relevant for the calculation of area and deals with the relevant fields of law (hunting law, building law, forestry law, taxation law) and also discusses the judicature on area-information of the cadaster. The last part of the thesis is devoted to the economic relevance of the calculation of area for the user by looking at the assessment of the value of real estate (rateable value), taxation and agricultural subsidies. It has become aparrent, that the area-information is primarily used to calculate economic parameters (for example: the value of a realty based on the customary price of a single square meter). this calculation is not only influanced by the error of the area, but also by other error containing factors. These factors often have more influence on the result than the error of the area-information. On that scor the hypothesis can be extend as follows:

”Providing the area of land parcels in whole square meters is not reasonable, because this accuracy cannot be guaranteed and is not required for the user.“


The last chapter of the thesis discusses the results and outlines the advantages and disadvantages of area-information which is automatically generated by the digital cadastral map.

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