ELEMENTARE ARCHITEKTUR
SKELETTKONSTRUKTIONEN

  
  

HÜTTEN DER FULANI
Erich Lehner


 

Trockenzeit-Hütten der Fulani
In den vorangegangenen Beispielen von Bautypen nomadischer bzw. halbnomadischer Kulturen (Hütten der Paiute, Tipi, Jurte) war ein wesentliches Charakteristikum das Fehlen einer festen Verankerung im Boden. Auch bei den Sommerhütten der in der Nigerebene lebenden Fulani (Fulbe) ruht das Stangenskelett auf dem Boden, ohne darin verankert zu sein. Als Skelettstangen werden hier Stiele des guinea-corn verwendet, so dicht aneinandergestellt, daß keine zusätzliche Deckung erforderlich ist. Da dieses Baumaterial an Ort und Stelle in ausreichendem Maß verfügbar ist, wird es nicht mit transportiert; die Hütten werden beim Weiterziehen verlassen und verrotten.
 

Regenzeit-Hütten der Fulani
Der Unterschied zwischen Hüttentypen von Nomaden und Seßhaften (Stangenskelett ohne Verankerung auf den Boden gestellt, bzw. eingegraben) zeigt sich im Bauen der Fulani sehr deutlich. Die Fulani waren ursprünglich Nomaden und gingen später teilweise zur seßhaften Lebensweise über; während der Trockenperiode leben sie als Nomaden, während der Regenzeit beziehen sie feste Unterkünfte. Die Konstruktion der Regenzeit-Hütten entspricht demnach auch jener von seßhaften Kulturen: Die Stangen werden in den Boden eingegraben.

Vorteile dieser Bauweise liegen nicht nur in der größeren Stabilität, sondern auch in der Möglichkeit, mit der Ausbildung eines Bogenquerschnitts den Innenraum besser zu nutzen.
 
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