Das Pendler-Pauschale und der Pendlereuro

für Arbeitnehmer/innen

Die unten angeführten Regelungen gelten ab 1. Jänner 2013.

 

Wer es besonders schwer hat, seinen Arbeitsplatz zu erreichen, der kommt in den Genuss eines Pendler-Pauschales. Das Pendler-Pauschale wird in Form eines Steuerfreibetrages gewährt. Das bedeutet von dem angeführten Betrag zahlen Sie keine Lohnsteuer (tatsächliche Ersparnis = ca. 30-50% des angeführten Betrages, abhängig von Ihrer Steuerbemessungsgrundlage). Die Berechnung erfolgt nach der Wegstrecke des öffentlichen Verkehrsmittels, unabhängig davon, ob Sie mit dem eigenen PKW oder einem öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Für fast alle- anspruchsberechtigten- Bediensteten wird vermutlich das Kleine Pendler Pauschale (Mindestwegstrecke 20 Kilometer) zur Anwendung kommen.

Voraussetzung für die volle Berücksichtigung des Pendlerpauschales ist, dass ArbeitnehmerInnen mindestens an 11 Tagen im Kalendermonat von der Wohnung zur Arbeitsstätte fahren. Bei mindestens 8 Tagen steht das Pendlerpauschale zu zwei Drittel zu, bei mindestens 4 Tagen zu einem Drittel.

Das Kleine Pendler-Pauschale beträgt (einfache Wegstrecke nächstgelegene Wohnung- Arbeitsstätte):

bei mindestens 20 km jährlich €  696.--
bei mehr als 40 km jährlich € 1356.--
bei mehr als 60 km jährlich € 2016.--

Wenn Ihnen die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln an mehr als der Hälfte Ihrer Arbeitstage auf der überwiegenden Strecke (mehr als 50%) nicht möglich ist, oder die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht zumutbar ist (siehe letzte Tabelle unten) steht Ihnen das Große Pendler-Pauschale zu, und zwar für:

bei mindestens 2 km jährlich €  372.--
bei mehr als 20 km jährlich € 1476.--
bei mehr als 40 km jährlich € 2568.--
bei mehr als 60 km jährlich € 3672.--

 

Zumutbarkeitsbestimmungen für das Große Pendler-Pauschale:

Zumutbare Wegzeit mit öffentl. Verkehrsmittel, einfache Wegstrecke:
bis zu 1 1/2 Stunden ist jedenfalls zumutbar
über 1 1/2 Stunden, und öffentliches Verkehrsmittel benötigt mehr als 3x so lang wie eigenes KFZ, ist unzumutbar
über 2 1/2 Stunden ist jedenfalls unzumutbar

Wenn Anspruch auf das Pendlerpauschale besteht, so entsteht zusätzlich auch ein Anspruch auf den "Pendlereuro" in Höhe von jährlich zwei Euro pro Kilometer der einfachen Fahrtstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, als direkter Steuerabsetzbetrag. ArbeitnehmerInnen erhalten also Beispielsweise für 60 Kilometer direkt € 120.-- im Kalenderjahr. Der Pendlereuro steht entsprechend dem Pendlerpauschale zu, also voll, zu 2/3 oder zu 1/3.

Das Pendler-Pauschale wird nicht automatisch berücksichtigt sondern muss von Ihnen beim Arbeitgeber (Personalabteilung) beantragt werden. Dazu benötigen Sie das Formular L34 erhältlich bei Ihrem Finanzamt oder im hier im Internet. Sobald Sie das Formular abgeben wird das Pendler-Pauschale bei den laufenden monatlichen Gehaltszahlungen berücksichtigt (1/12 des Jahresbetrages). Für bereits vergangene Kalenderjahre- wo Sie anspruchsberechtigt waren- haben Sie nur die Möglichkeit das Pendler-Pauschale im Rahmen des Jahresausgleichs (Arbeitnehmerveranlagung) direkt beim Finanzamt zu beantragen. Auch jene Pendler welche keine Lohnsteuer zahlen erhalten im Zuge des Jahresausgleichs (Formular L1 beim Finanzamt beantragen) € 290.-- jährlich  zusätzlich als Zuschlag zur" Negativsteuer". In diesem Fall ist die gesamte Negativsteuer mit 18% der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge (maximal € 400.--) pro Kalenderjahr begrenzt.

Ewald Haslinger
10.4.2013    Zurück zur  Homepage des Betriebsrats